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Sonntag, 12. August 2012
Der Prozess
sammytheseventh, 15:30h
Die Krake Bürokratie ist in Brasilien ein Tier von enormen Ausmassen und kafkaesker Eleganz (entschuldigen sie bitte, aber einmal musste ich einfach "kafkaesk" verwenden, mein Naturell kann nicht anders).
Das sieht dann ungefähr so aus:
Um ein Bankkonto als Ausländer zu eröffnen, braucht man:
-Registration der Ausländerbehörde (RNE-Nummer),
-eine privaten Kadasternummer (CPF),
-eine Wohnsitzbestätigung durch den Hauptmieter, dessen Unterschrift durch ein Cartorio, wo dieser seine Unterschrift hinterlegt hat, bestätigt werden muss,
-damit man ja niemanden betrügt benötigt man zudem eine Telefon- oder Gasrechnung auf den Namen des Hauptmieters,
-Selbstverständlich den Pass
-und wie immer hier: Name der Mutter
-zu guter Letzt noch zwei Referenzen von Brasilianern.
Der Name der Mutter, manchmal auch der Eltern, ist für das Leben hier in Brasilien ungemein wichtig. Darum lohnt es sich auch, eine Geburtsurkunde mit sich zu führen, um etwaige Verwechslungen, die selbstverständlich trotz eindeutiger Passnummer, eindeutiger CPF und eindeutiger RNE häufig auftauchen könnten, vorzubeugen.
Damit man nicht vergisst, dass man sich auch auf dem Campus in Brasilien befindet, werden solche bürokratischen Winkelzüge und Dreifachspurigkeiten auch hier mit Wollust angewendet.
So existiert ein eigener Lernbereich für die Masterstudenten, welcher permanent zugänglich ist. Um ihn jedoch während des Wochenendes zu benutzen, muss man sich zuerst in eine Liste beim Büro der Masterstudenten einschreiben. Das heisst, die Einschreibebestätigung für den Masterstudiengang genügt zwar von Montag-Freitag, nicht jedoch am Wochenende. Sehr wahrscheinlich, weil sich sonst, und dass ausschliesslich am Wochenende, extrem viele nicht-Masterstudenten mit einer Einschreibebestätigung für den Master in diesem nicht für sie bestimmten Lernbereich aufhielten. Gestern fühlte ich mich jedenfalls nicht stark von diesen skrupellosen Gesetzesbrechern belästigt - vermutlich weil ich ALLEINE dort war.
Glücklicherweise besitzt die Uni extra ein Büro, welches ausländische Studenten bei den verschiedenen Prozeduren unterstützt. Und damit nähren wir uns auch langsam einem der Gründe für diese nicht enden wollende Redundanz an Prozeduren: es leben einfach zu viele Leute von dieser Bürokratie und deren Externalitäten. Zudem ist es ein weiteres probates Mittel, um die meistens wenig gebildeten, armen Schichten des Landes dort zu behalten wo sie sind: zuunterst.
Mehr zu: "Wie kann ich Leute über 50 Jahre versklaven, ohne dass sie es merken für Dummies" in einem der nächsten Beiträge.
CHECK!
Das sieht dann ungefähr so aus:
Um ein Bankkonto als Ausländer zu eröffnen, braucht man:
-Registration der Ausländerbehörde (RNE-Nummer),
-eine privaten Kadasternummer (CPF),
-eine Wohnsitzbestätigung durch den Hauptmieter, dessen Unterschrift durch ein Cartorio, wo dieser seine Unterschrift hinterlegt hat, bestätigt werden muss,
-damit man ja niemanden betrügt benötigt man zudem eine Telefon- oder Gasrechnung auf den Namen des Hauptmieters,
-Selbstverständlich den Pass
-und wie immer hier: Name der Mutter
-zu guter Letzt noch zwei Referenzen von Brasilianern.
Der Name der Mutter, manchmal auch der Eltern, ist für das Leben hier in Brasilien ungemein wichtig. Darum lohnt es sich auch, eine Geburtsurkunde mit sich zu führen, um etwaige Verwechslungen, die selbstverständlich trotz eindeutiger Passnummer, eindeutiger CPF und eindeutiger RNE häufig auftauchen könnten, vorzubeugen.
Damit man nicht vergisst, dass man sich auch auf dem Campus in Brasilien befindet, werden solche bürokratischen Winkelzüge und Dreifachspurigkeiten auch hier mit Wollust angewendet.
So existiert ein eigener Lernbereich für die Masterstudenten, welcher permanent zugänglich ist. Um ihn jedoch während des Wochenendes zu benutzen, muss man sich zuerst in eine Liste beim Büro der Masterstudenten einschreiben. Das heisst, die Einschreibebestätigung für den Masterstudiengang genügt zwar von Montag-Freitag, nicht jedoch am Wochenende. Sehr wahrscheinlich, weil sich sonst, und dass ausschliesslich am Wochenende, extrem viele nicht-Masterstudenten mit einer Einschreibebestätigung für den Master in diesem nicht für sie bestimmten Lernbereich aufhielten. Gestern fühlte ich mich jedenfalls nicht stark von diesen skrupellosen Gesetzesbrechern belästigt - vermutlich weil ich ALLEINE dort war.
Glücklicherweise besitzt die Uni extra ein Büro, welches ausländische Studenten bei den verschiedenen Prozeduren unterstützt. Und damit nähren wir uns auch langsam einem der Gründe für diese nicht enden wollende Redundanz an Prozeduren: es leben einfach zu viele Leute von dieser Bürokratie und deren Externalitäten. Zudem ist es ein weiteres probates Mittel, um die meistens wenig gebildeten, armen Schichten des Landes dort zu behalten wo sie sind: zuunterst.
Mehr zu: "Wie kann ich Leute über 50 Jahre versklaven, ohne dass sie es merken für Dummies" in einem der nächsten Beiträge.
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