Dienstag, 31. Juli 2012
USP
Gestern wurden wir Austauschstudenten durch die Uni empfangen. Neben vielen nützlichen und unnützen Informationen gab es selbstverständlich noch einen Fototermin, an dem wir alle durch unsere natürliche Schönheit glänzten.



Unglücklicherweise konnte ich wegen einer Vorlesung nicht an der dynamische Aktivität zur Förderung des Gruppenzusammenhalts teilnehmen - es wurde mir jedoch berichtet, dass es sehr lustig gewesen sein soll.

Die ersten Vorlesungen hier an der USP waren bereits relativ anstrengend und mit Hausaufgaben wurden auch nicht gegeizt. Neben Ökonometrie II und III werde ich noch Industrieorganisation besuchen. Die üblichen Sprachprobleme werden momentan leider noch um einige Administrationsschwierigkeiten ergänzt: so fehlt mir momentan noch der Zugang zur Onlinelernplattform. Zum guten Glück sind die Kommilitonen hier um einiges hilfsbereiter als in einem fernen, kleinen Land (unter Teutonen auch als Stachelschwein bekannt). Die Infrastruktur an der FEA-RP, der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni hier, ist in einem sehr guten Zustand und für die Post-Graduierten gibt es sogar einen eigenen Bereich mit Arbeitsplätzen und einer kleinen Kafeteria.

So kann ein Campus aussehen

Aussicht auf den See im USP-Campus

Das Studiensystem ist hier sehr verschieden. Die Studenten an der USP absolvieren normalerweise während fünf Jahren das Graduierten-Programm. Danach kann, will und, hier leider natürlich auch, wer es sich leisten kann, den Mestrado machen. Die Hürden dafür sind jedoch relativ hoch und die Zahl der Studenten im Mestrado ist dementsprechend gering: 13 Stück partizipieren momentan am Programm der Ökonomie. Die Vorlesungen setzen dementsprechend auch eine recht hohe Kadenz an den Tag und das Niveau entspricht in etwa den schwierigeren Makrovorlesungen an der UZH. Ich darf mich also auf ein lehrreiches Semester freuen!

Ungefähr 70 000 Studenten studieren an der USP an 7 verschiedenen Standorten im Estado do Sau Paulo, was sie zur grössten brasilianischen Uni macht. Sie ist die beste Uni Lateinamerikas und ein Studienplatz, obwohl gratis, können in der Regel nur diejenigen Menschen ergattern, welche eine Ausbildung an einer Privatschule genossen haben. Die meisten anderen scheitern an den Aufnahmeprüfung. Wenig überraschend bildet der Campus hier in Ribeirao Preto deswegen ein Paralleluniversum, welches mit der Realität wenig gemein hat. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Lage des Campus in einer ehemaligen Kaffeeplantage (angeblich die grösste Brasiliens). Eingezäunt und geschützt durch eine unieigene Polizei, strebt man in idyllischer Abgeschirmtheit den akademischen Meriten nach.

Mehr ein ander Mal...

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